
Wer Server betreibt, steht irgendwann vor einer grundlegenden Frage: Soll die eigene Hardware in ein Rechenzentrum ziehen oder ist eine Cloud-Lösung die bessere Wahl?
Beide Ansätze haben ihre Berechtigung. Colocation bietet maximale Kontrolle über die eigene Hardware. Cloud-Lösungen punkten mit Flexibilität, schneller Bereitstellung und einfacher Skalierung. Die richtige Entscheidung hängt deshalb weniger von einem allgemeinen „besser oder schlechter“ ab, sondern vom konkreten Einsatzgebiet.
In diesem Artikel erklären wir die Unterschiede zwischen Colocation und Cloud, zeigen typische Anwendungsfälle und ordnen ein, wann welche Lösung sinnvoll ist.
Was bedeutet Colocation?
Eigene Hardware im professionellen Rechenzentrum
Bei der Colocation betreiben Sie Ihre eigenen Server nicht im Büro, Keller oder eigenen Serverraum, sondern in einem professionellen Rechenzentrum. Die Hardware gehört weiterhin Ihnen. Stromversorgung, Klimatisierung, Netzwerkanbindung, physische Sicherheit und Betriebsumgebung werden dagegen vom Rechenzentrumsbetreiber bereitgestellt.
Bei Artfiles können einzelne Höheneinheiten, größere Rackspace-Flächen oder ganze Racks in unseren Hamburger Rechenzentren genutzt werden. Der Ablauf richtet sich nach dem gebuchten Umfang: Bei einzelnen Höheneinheiten übernehmen unsere Techniker den Einbau oder begleiten Sie dabei vor Ort. Bei größeren Setups, etwa ab einem halben Rack, haben Kunden in der Regel eigenen Zugang und übernehmen den Einbau selbst. Auf Wunsch unterstützen wir auch hier, je nach Umfang als zusätzliche Leistung.
Für individuelle Anforderungen erstellen wir ein maßgeschneidertes Angebot und besprechen die einzelnen Positionen bei Bedarf gemeinsam mit Ihnen.
Der entscheidende Punkt: Sie behalten die Kontrolle über Ihre Systeme, müssen aber keine eigene Rechenzentrumsinfrastruktur betreiben.
Was spricht für Colocation?
Kontrolle über Hardware, Infrastruktur und Daten
Colocation ist besonders interessant, wenn eigene Hardware ein fester Bestandteil der IT-Strategie ist. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn bereits Server vorhanden sind, spezielle Komponenten eingesetzt werden sollen oder bestimmte Storage-, Firewall- oder Netzwerk-Setups benötigt werden.
Ein weiterer wichtiger Vorteil ist die Datensouveränität. Die Systeme und Daten verbleiben auf Ihrer eigenen Hardware und werden nicht auf eine gemeinsam genutzte Cloud-Plattform eines großen Massenanbieters ausgelagert. Unternehmen behalten dadurch genau im Blick, wo ihre Daten liegen, wie sie verarbeitet werden und wer direkten Zugriff auf die Systeme hat.
Gerade für Unternehmen, die besonderen Wert auf kurze Wege, eigene Kontrolle und direkte Einflussmöglichkeiten legen, kann Colocation deshalb ein wichtiger Baustein sein. Die Daten müssen nicht erst in eine externe Cloud-Umgebung wandern, sondern bleiben auf der eigenen Infrastruktur – betrieben unter professionellen Bedingungen im Rechenzentrum.
Gleichzeitig profitieren die Systeme von einer Umgebung, die im eigenen Büro oder Serverraum oft nur schwer wirtschaftlich abzubilden wäre: professionelle Klimatisierung, gesicherte Stromversorgung, leistungsfähige Netzanbindung, Zugangskontrolle und eine auf den Dauerbetrieb ausgelegte Infrastruktur.
Planbare Leistung für langfristige Workloads
Auch bei langfristig planbaren Workloads kann Colocation eine passende Lösung sein. Wer genau weiß, welche Leistung dauerhaft benötigt wird, kann Hardware gezielt anschaffen und über einen längeren Zeitraum nutzen. Gerade bei stabiler Dauerlast und größeren Setups kann Colocation wirtschaftlich attraktiv sein.
Individuelle Infrastruktur statt Standardlösung
Bei Artfiles kommt hinzu, dass Colocation nicht als starres Standardprodukt verstanden wird. Stromversorgung, Bandbreiten, Netzanbindung oder auch räumlich getrennte Installationen können passend zum jeweiligen Projekt geplant werden. Auch die Anbindung eines Hamburger Standortes an unseren Glasfaserring ist möglich.
Die Internetanbindung an Ihr Rack oder Ihren Server erfolgt über unser internes 100-Gbit/s-Netz. Standardmäßig werden Server mit 1 Gbit/s angebunden; auf Wunsch sind auch Anbindungen bis zu 100 Gbit/s möglich.
Direkter Zugriff auf das eigene Equipment
Zugang zum eigenen Equipment erhalten Sie nach Absprache. Ab 20 Höheneinheiten Rackspace kann zudem ein Badge eingerichtet werden, sodass ein unabhängiger Zugang zu unseren Rechenzentren möglich ist. Für Arbeiten an der Hardware stehen in der Colocation außerdem ein Arbeitsplatz und ein Monitorwagen zur Verfügung.
Damit bleibt der Betrieb nicht abstrakt oder weit entfernt: Wer eigene Systeme betreibt, kann bei entsprechenden Setups direkt an die Hardware, Anpassungen vornehmen oder Wartungsarbeiten durchführen – während die Server weiterhin in einer professionellen, klimatisierten und sicheren Rechenzentrumsumgebung stehen.
Was bei Colocation wichtig ist
Verantwortung für Hardware und Lifecycle
Bei Colocation bleibt die Hardware in Ihrer Verantwortung. Betriebssysteme, Ersatzteile, Hardwaretausch, Ausfälle und Lifecycle müssen daher mitgeplant werden. Genau das ist für viele Unternehmen aber ein wichtiger Vorteil: Sie behalten volle Kontrolle über Hardware, Netzwerk, Security-Komponenten und spätere Umbauten.
Colocation bietet also viel Kontrolle, setzt aber auch voraus, dass Sie Ihre Hardware und deren Betrieb im Griff haben.
Wann passt Colocation besonders gut?
Typische Einsatzszenarien für Colocation
Colocation ist meist dann die richtige Wahl, wenn die Hardware selbst wichtig ist.
Das gilt zum Beispiel für Unternehmen, die vorhandene Server weiter nutzen möchten, besondere Anforderungen an Storage oder Netzwerk haben oder ihre Systeme sehr genau kontrollieren wollen. Auch wenn bestimmte Appliances, eigene Firewalls, spezielle Serverkonfigurationen oder individuelle Redundanzkonzepte eingesetzt werden sollen, ist Colocation oft naheliegend.
Besonders gut passt Colocation, wenn:
- eigene Hardware vorhanden ist oder gezielt angeschafft werden soll
- Workloads langfristig stabil und gut planbar sind
- größere Systeme dauerhaft betrieben werden
- spezielle Hardware-, Storage- oder Security-Anforderungen bestehen
- Netzwerk, Umbauten und Erweiterungen direkt beeinflusst werden sollen
- unabhängiger Zugang zum Equipment bei größeren Setups wichtig ist
- Daten bewusst auf eigener Hardware und in einer klar kontrollierbaren Umgebung betrieben werden sollen
Kurz gesagt: Wenn Sie Ihre eigene Hardware betreiben möchten, aber dafür eine professionelle Rechenzentrumsumgebung benötigen, ist Colocation der richtige Ausgangspunkt.
Was bedeutet Cloud?
Virtuelle Ressourcen statt eigener Hardware
Bei einer Cloud-Lösung arbeiten Sie nicht direkt mit eigener physischer Hardware, sondern mit virtuellen Ressourcen. Server, Speicher, Netzwerke und IP-Adressen werden auf einer Plattform bereitgestellt und können je nach Bedarf angepasst werden.
Mit af.stack bietet Artfiles eine Cloud-Plattform auf Basis von OpenStack.
Was ist OpenStack?
OpenStack ist eine Open-Source-Plattform für den Aufbau und Betrieb von Cloud-Infrastrukturen. Vereinfacht gesagt stellt OpenStack die technische Grundlage bereit, mit der virtuelle Server, Netzwerke, Speicher und weitere Cloud-Ressourcen verwaltet werden können.
Der Vorteil: OpenStack ist offen, flexibel und nicht an ein einzelnes proprietäres System eines großen Cloud-Anbieters gebunden. Nutzerinnen und Nutzer erhalten damit eine standardisierte Cloud-Umgebung, die sich bei Bedarf auch über Schnittstellen, Automatisierung und zusätzliche Funktionen erweitern lässt.
af.stack verbindet diese Möglichkeiten einer leistungsfähigen Open-Source-Cloud mit der einfachen Bedienung des Artfiles DCP.
Im DCP können Sie virtuelle Server anlegen, steuern, IP-Adressen verwalten und die Kosten kontrollieren. Wer mehr Möglichkeiten benötigt, kann zusätzlich den OpenStack-API-Zugriff nutzen und die Umgebung über Horizon, den OpenStack Client oder eigene Automatisierungstools wie Terraform oder Ansible erweitern. So lassen sich zum Beispiel zusätzliche Netzwerkinterfaces, virtuelle Festplatten, eigene Servervorlagen oder komplexere Automationen umsetzen.
Damit richtet sich af.stack an Nutzerinnen und Nutzer, die schnell mit virtuellen Servern arbeiten möchten, aber bei Bedarf nicht auf erweiterte Cloud-Funktionen verzichten wollen.
Was spricht für af.stack?
Flexibilität und schnelle Bereitstellung
af.stack eignet sich besonders für Projekte, bei denen Flexibilität wichtig ist. Virtuelle Server können schnell bereitgestellt, angepasst oder wieder entfernt werden. Das ist praktisch für Entwicklungsumgebungen, Testsysteme, neue Projekte, temporäre Anforderungen oder Setups, die wachsen können sollen.
Einfache Verwaltung mit DCP
Gleichzeitig bleibt die Verwaltung bewusst zugänglich. Viele grundlegende Aufgaben lassen sich direkt im DCP erledigen, ohne dass tiefes OpenStack-Wissen notwendig ist. Wer später mehr Kontrolle braucht, kann die erweiterten Möglichkeiten von OpenStack zusätzlich nutzen.
Transparente Ressourcen und Hosting in Deutschland
Zu den wichtigen Eigenschaften von af.stack gehören Web-Frontend, API-Zugang, Traffic-Flatrate, garantierte 1-Gbit/s-Anbindung und eine nutzungsbasierte Abrechnung einzelner Ressourcen wie CPU-Kerne, RAM, HDD-/SSD-Speicher und öffentlicher IPv4-Adressen. Der Mindestumsatz liegt bei 10 Euro pro Monat und wird mit den genutzten Ressourcen verrechnet. Für den Einstieg stellt Artfiles ein Startguthaben von 50 Euro bereit.
Gehostet wird af.stack in den Hamburger Rechenzentren von Artfiles. Damit ist die Plattform besonders interessant für alle, die eine flexible Cloud-Lösung suchen, aber Wert auf Hosting in Deutschland legen.
Wann passt Cloud besonders gut?
Typische Einsatzszenarien für Cloud-Infrastrukturen
Cloud ist meist dann die bessere Wahl, wenn Infrastruktur schnell verfügbar sein und sich flexibel verändern soll.
Wenn Sie neue virtuelle Server kurzfristig starten, Ressourcen nach Bedarf anpassen oder wiederkehrende Setups automatisieren möchten, ist af.stack ein passender Einstieg. Auch für Teams, die mit Snapshots, Templates oder virtuellen Netzwerken arbeiten wollen, bietet eine OpenStack-basierte Plattform deutlich mehr Spielraum als ein einzelner klassischer virtueller Server.
Besonders gut passt Cloud, wenn:
- schnell neue Server bereitgestellt werden sollen
- Projekte wachsen oder sich verändern können
- Ressourcen noch nicht exakt planbar sind
- Entwicklungs-, Test- oder Staging-Umgebungen benötigt werden
- Infrastruktur per API, Terraform oder Ansible automatisiert bereitgestellt werden soll
- keine eigene Hardware angeschafft oder betrieben werden soll
- Kosten nutzungsbasiert und transparent abgebildet werden sollen
Kurz gesagt: Wenn Sie keine eigene Hardware betreiben möchten und stattdessen flexible virtuelle Ressourcen benötigen, ist Cloud der passendere Ansatz.
Colocation und Cloud im direkten Vergleich
Eigene Hardware oder virtuelle Ressourcen?
Der wichtigste Unterschied ist schnell erklärt: Bei Colocation bringen Sie Ihre eigene Hardware mit. Bei Cloud nutzen Sie virtuelle Ressourcen auf einer bestehenden Plattform.
Colocation passt besser, wenn Kontrolle, eigene Hardware und stabile Dauerlast im Vordergrund stehen. Sie entscheiden selbst, welche Server eingesetzt werden, welche Komponenten verbaut sind und wie Netzwerk, Security oder spätere Umbauten umgesetzt werden. Dafür bleiben Ersatzteile, Hardwaretausch, Ausfälle und der Lebenszyklus der Systeme Teil Ihrer Planung.
Ein zusätzlicher Unterschied liegt in der Datensouveränität: Bei Colocation bleiben Systeme und Daten auf der eigenen Hardware. Bei Cloud-Lösungen werden Ressourcen virtuell auf einer Plattform bereitgestellt. Das ist flexibel und komfortabel, bedeutet aber auch, dass die physische Infrastruktur nicht mehr direkt selbst betrieben wird.
Cloud passt besser, wenn schnelle Bereitstellung, flexible Ressourcen und Automatisierung wichtiger sind. Sie müssen keine eigene Hardware anschaffen, einbauen oder austauschen, sondern stellen virtuelle Ressourcen bereit und passen diese bei Bedarf an.
Kurz gesagt: Feste, größere Workloads und hoher Kontrollbedarf sprechen eher für Colocation. Schnelle, wechselnde oder schwer planbare Anforderungen sprechen eher für Cloud. Und oft ist ein Mix aus beidem die beste Lösung.
Praxisbeispiel: Wann welche Lösung näherliegt
Beispiel für Colocation
Ein typisches Beispiel: Ein Unternehmen betreibt mehrere dauerhaft ausgelastete Systeme, nutzt eigene Storage-Hardware und möchte Netzwerk, Security-Komponenten und Umbauten möglichst direkt beeinflussen. In diesem Fall spricht viel für Colocation. Die Server gehören dem Unternehmen, stehen aber in einer professionellen Rechenzentrumsumgebung. Bei Artfiles können solche Setups individuell geplant werden – von der Stromversorgung über die Netzanbindung bis hin zum Zugriff auf das eigene Equipment.
Auch wenn sensible Daten bewusst auf eigener Hardware verbleiben sollen oder ein direkter Zugriff auf die Systeme wichtig ist, kann Colocation der passende Ansatz sein. Die Infrastruktur bleibt kontrollierbar, ohne dass Unternehmen selbst einen eigenen Serverraum mit Klimatisierung, Stromversorgung und Sicherheitskonzept betreiben müssen.
Beispiel für Cloud
Anders sieht es aus, wenn ein neues Projekt schnell starten soll, Ressourcen noch nicht feststehen oder Entwicklungs-, Test- und Produktivsysteme flexibel aufgebaut werden müssen. Dann ist af.stack oft der passendere Einstieg. Virtuelle Server können im DCP angelegt und verwaltet werden; bei Bedarf stehen zusätzlich OpenStack-Funktionen wie API-Zugriff, virtuelle Netzwerke, zusätzliche Volumes, Snapshots oder Automatisierung über Terraform oder Ansible zur Verfügung.
Hybridmodelle in der Praxis
In der Praxis ist es deshalb häufig keine reine Entweder-oder-Entscheidung. Stabile Dauerlasten und hardwareabhängige Systeme können in der Colocation laufen, während flexible oder wechselnde Anforderungen über af.stack abgebildet werden. So entsteht eine hybride Infrastruktur, die nicht nach einem Standard-Schema aufgebaut ist, sondern zum tatsächlichen Bedarf passt.
Gerade hier liegt ein Vorteil von Artfiles: Wir kennen beide Welten. Eigene Hardware im Rechenzentrum und flexible virtuelle Infrastruktur gehören bei uns nicht zu getrennten Produktwelten, sondern können gemeinsam gedacht werden.
Fazit: Es kommt auf den Einsatzzweck an
Colocation und Cloud verfolgen unterschiedliche Ansätze.
Colocation ist die richtige Wahl, wenn Sie eigene Server betreiben möchten, hohe Kontrolle benötigen und dafür eine professionelle, sichere und leistungsfähige Rechenzentrumsumgebung suchen.
Besonders interessant ist Colocation auch dann, wenn Datensouveränität, direkte Zugriffsmöglichkeiten und kurze Wege zur eigenen Infrastruktur eine wichtige Rolle spielen.
Cloud mit af.stack ist die richtige Wahl, wenn Sie virtuelle Server flexibel bereitstellen, verwalten und bei Bedarf über OpenStack, API, Terraform oder Ansible erweitern möchten.
Welche Lösung besser passt, hängt von Ihren Anforderungen ab: vorhandene Hardware, gewünschte Kontrolle, Skalierbarkeit, Automatisierung, Budgetplanung und technisches Setup spielen dabei eine Rolle.
Oft ist auch eine Kombination sinnvoll: stabile Dauerlasten und hardwareabhängige Systeme in der Colocation, flexible Projekte und zusätzliche virtuelle Ressourcen in af.stack.
Welche Lösung passt zu Ihrem Projekt?
Sie möchten eigene Server in einem professionellen Rechenzentrum betreiben? Dann erstellen wir Ihnen gern ein individuelles Colocation-Angebot für einzelne Höheneinheiten, größere Rackspace-Flächen oder ganze Racks.
Sie möchten schnell mit virtuellen Servern starten und flexibel Ressourcen nutzen? Dann testen Sie af.stack, unsere OpenStack-Cloud mit DCP-Integration, API-Zugang und transparentem Ressourcenmodell.
Und wenn Sie noch nicht sicher sind, welcher Weg der richtige ist: Sprechen Sie uns an. Wir schauen gemeinsam auf Ihr Setup und planen eine Lösung, die zu Ihrem Bedarf passt, ob Colocation, Cloud oder eine Kombination aus beidem.
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